Grußwort des Parlamentarischen Staatssekretärs
Thomas Kossendey
anlässlich der Taufe der vierten Korvette K 130
FGS OLDENBURG
am 28. Juni 2007 in Hamburg
Sehr verehrte Taufpatin, liebe Frau Dr. Schwandner,
sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Schwandner,
sehr geehrter Herr Konteradmiral Schimpf,
sehr geehrter Herr Dr. Atzpodien,
sehr geehrter Herr Dr. Eckel,
sehr geehrter Herr Fregattenkapitän Duer und Besatzungsangehörige des Täuflings,
verehrte Gäste aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung,
sehr geehrte Angehörige der Werft,
verehrte Vertreter der Deutschen Marine,
meine Damen und Herren,
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Thomas Kossendey bei seinem Grußwort. |
ich freue mich, dass wir heute hier zusammen gekommen sind, denn eine Schiffstaufe ist immer ein ganz besonderes Erlebnis. Eine Taufe ist Anlass zur Würdigung einer gemeinsam erbrachten Leistung vieler Beteiligter. Sie haben mit Engagement und Initiative etwas geschaffen, was gerade bei einem Boot mit dieser Komplexität nur als Ganzes Bestand und Erfolg haben kann.
Taufen von Marineschiffen werden immer seltener, was auch als Ergebnis der Umstrukturierung der Deutschen Marine gewertet werden muss. Die Tendenz geht zu wenigen, dafür aber höherwertigeren Einheiten, wie zum Beispiel bei den Fregatten F 125, deren Anschaffung der Deutsche Bundestag kürzlich beschlossen hat – dafür noch einmal herzlichen Dank dem Parlament. Insofern freuen wir uns ganz besonders über ein derartiges Ereignis und wollen dieses auch gebührend genießen und würdigen.
Korvette K 130
Der Täufling ist die vierte von fünf Einheiten, die alle bis Ende 2008, so wie bei Vertragsabschluss vorgesehen, in Dienst gestellt sein sollen. Dass das Rüstungsprojekt Korvette bisher ohne größere Probleme realisiert wurde, ist das Ergebnis einer engen und vertrauensvollen Zusammenarbeit aller Beteiligten - zwischen der Arbeitsgemeinschaft K130 aus den Werften Blohm & Voss, Friedrich Lürssen Werft und Thyssen Nordseewerke Emden, den Zulieferfirmen und Unterauftragnehmern sowie dem Projektmanagement und dem Auftraggeber Bundeswehr. Das Rüstungsvorhaben Korvette K 130 ist ein erneuter Beweis für das große Leistungsvermögen der deutschen Werftindustrie. Dafür gebührt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der beteiligten Werften ein herzlicher Dank.
Deutschland kann damit seinem hohen technischen Anspruch in der Welt als maritimer Standort gerecht werden. Mit dem Schiffstyp einer Korvette betritt die Deutsche Marine auch operativ Neuland. Die Schiffe werden aufgrund ihrer Technik und Ausrüstung als kleinere, wenngleich hochseefähige und damit weltweit einsetzbare Einheiten eine wertvolle und dringend benötigte Ergänzung zu den anderen schwimmenden und fliegenden Waffensystemen der Deutschen Marine bilden.
Wir erleben es aktuell, wie unseren Streitkräften ständig neue, vielfältigere und anspruchsvollere Einsatzanforderungen durch das Parlament übertragen werden. Dabei sind Marinestreitkräfte aufgrund ihrer Fähigkeiten, schnell und als erstes Mittel der Politik in Krisengebiete entsendet zu werden, besonders geeignet. Mit den Korvetten der Klasse K 130 erhält die Deutsche Marine ein weiteres wirkungsvolles Mittel, dass wir im Bündnis und in Koalitionen zur Sicherung und Verteidigung des Friedens einbringen können. Möge auch unser Täufling nach der Indienststellung seinen Beitrag zum weltweiten Schutz der Sicherheit und den Interessen unseres Landes leisten.
Patenstadt Oldenburg
Ein Dank gebührt ebenfalls der Taufpatin Frau Dr. Schwandner für die Übernahme der Patenschaft und für die Bereitschaft, das Schiff auf dem Lebensweg zu begleiten.
Als ich im August 1996, vor nunmehr elf Jahren, die Anregung zur Namensgebung an den damaligen Oberbürgermeister der Stadt nach Rücksprache mit der Marine gerichtet habe, habe ich mich sehr darüber gefreut, dass der Stadtrat diesen Vorschlag positiv aufgenommen hat und damit auch ein Zeichen der engen Verbundenheit mit der Deutschen Marine gesetzt hat. Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, Ihnen und Ihrem Vorgänger danke ich dafür, dass mein Wunsch nach der Übernahme der Patenschaft kein unerfüllter Wunsch blieb, sondern heute ganz konkret zum Leben erweckt wird.
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Der Vorstand des Freundeskreis' der Korvette Oldenburg mit Thomas Kossendey (obere Reihe, 2. v. l.) und dem zukünftigen Kommandanten der Korvette OLDENBURG, Fregattenkapitän Carsten Duer (unten, 2.v.l.). |
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Wie sehr die Übernahme dieser Patenschaft auch in der Stadt auf fruchtbaren Boden gefallen ist, zeigt, dass sich sehr schnell ein Freundeskreis für diese Korvette gebildet hat, der die Patenschaft auch jenseits der offiziellen Aktivitäten der Stadt mit Leben erfüllen will. Ich freue mich, dass wir mit Herrn Rolf Müller heute den 1. Vorsitzenden dieses neuen Freundeskreises und seinen Vorstand hier begrüßen können.
Unsere Stadt und unser Großherzogtum hat bereits eine lange maritime Vorgeschichte, die auch sehr eng mit der Gründung der Deutschen Marine verbunden ist. Ohne den Vertrag unseres Großherzogtums mit Preußen im Jahre 1853 wäre Wilhelmshaven – der größte Marinehafen, den wir in Deutschland haben – überhaupt nicht entstanden. Auf Oldenburger Grund und Boden ist also die Basis der Deutschen Marine Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden. Und so war es auch nur folgerichtig, dass es bereits drei Schiffe in früherer Zeit mit dem Namen unserer Stadt und unseres Großherzogtums gab:
- eine Radkorvette, die 1848 in Dienst gestellt worden ist,
- ein Panzerschiff, dessen Stapellauf am 20. Dezember 1884 stattgefunden hat und
- ein Linienschiff, dass ab Sommer 1910 die Deutsche Marine verstärkt hat.
Heute, knapp 100 Jahre danach, knüpfen wir an diese Tradition an. Gerne möchte ich die künftige Besatzung an die Rede des Erbgroßherzogs beim Stapellauf des Panzerschiffes, von dem ich eben gesprochen habe, am 20. Dezember 1884 erinnern. Er sagte dort über das Schiff: „Wir sehen in demselben ein Produkt des deutschen Fleißes und deutscher Arbeit und hoffen, dass die Mannschaft dieses Schiffes von demselben vorzüglichen Geist und der Manneszucht beseelt sein wird, die bis jetzt in der Deutschen Marine immer geherrscht haben.“ Er fuhr dann fort: „Wir wünschen ferner, dass dieses Schiff in Vereinigung mit den vier Schwesterschiffen ein Wahrer des Friedens wird!“
Wahrer des Friedens – eine große Aufgabe! Ihnen, der Besatzung unseres Täuflings, stehen möglicherweise große Herausforderungen bevor. Sie werden im Dienste des Friedens und zur Wahrung der nationalen deutschen Interessen gegebenenfalls auch in weit entfernten Regionen dieser Welt eingesetzt. Wie schnell ein solcher Einsatz Wirklichkeit werden kann, hat uns jüngst das Entsenden von Marineeinheiten in die Küstengewässer vor dem Libanon vor Augen geführt.
Ich wünsche Ihnen, Herr Fregattenkapitän Duer, als erstem Kommandanten dieses Schiffes und ihrer Besatzung für die vor Ihnen liegende Zeit
- Fortune,
- gute Fahrt,
- immer eine handbreit Wasser unter dem Kiel
- und stets eine gesunde Heimkehr.
Wir alle wissen, dass erst Ihr Können, Ihre Leistung als Team dieses hochkomplexe technische System, das gleich getauft werden soll, zum Leben erwecken wird. Möge der Einheit aus unserem Täufling und seiner Besatzung stets das Fünkchen Glück zur Seite stehen, dass auch der Tüchtigste und technisch Beste zum Erfolg benötigt.