Vier Wochen "Berlin direkt"
Praktikumsbericht von Petra Meyer
Kurz nach der Sommerpause ging es los. Im Rahmen meines Jurastudiums absolvierte ich vom 17.09. bis 12.10.2007 ein Praktikum im Abgeordnetenbüro von Thomas Kossendey. Herr Kossendey ist nicht nur Mitglied des Deutschen Bundestages, sondern auch Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Verteidigung. Darüber hinaus ist er Vorsitzender der Deutsch-Türkischen Parlamentariergruppe. Diese Funktionen sind die bestimmenden Faktoren für seine politische Arbeit im Bundestag; sie geben die Themenkomplexe vor, mit denen es sich zu beschäftigen galt.
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Sammelte im Berliner Abgeordnetenbüro von Thomas Kossendey Berufserfahrung: Petra Meyer. |
Im Büro (Jakob-Kaiser-Haus, Ebene 5) stehen Herrn Kossendey seine Mitarbeiter Sabrina Hackel und Nicolas Haustedt zur Seite. Da in meinen Praktikumszeitraum zwei Sitzungs- und zwei Nichtsitzungswochen fielen, konnte ich einen guten Eindruck von den unterschiedlichen Arbeitsrhythmen gewinnen: einerseits in Berlin mit Plenumsdebatten, Ausschuss- und Fraktionssitzungen, andererseits die Nach- und Vorbereitung der kommenden Sitzungswoche, wenn sich Herr Kossendey im Wahlkreis aufhielt, wo es mindestens ebenso arbeitsintensiv zuging wie in Berlin. Hier stehen die Arbeit an der Basis und Termine in der Öffentlichkeit im Vordergrund. Insofern ist hier ein effizientes Zeitmanagement vonnöten; gerade auch in Bezug auf die Verpflichtungen als Staatssekretär und als Abgeordneter.
Im Büro war es dann, wo ich die meiste Zeit meines Praktikums verbrachte. Ich erhielt täglich verschiedene Aufgaben, die mir meist am jeweiligen Tag oder auch über mehrere Tage hinweg übertragen wurden. Mein Aufgabenbereich umfasste die Postschau, Presseauswertung und Recherchen via Internet bzw. via Intranet der Fraktion. Hinzu kamen telefonische Anfragen beim Wissenschaftlichen Dienst des Bundestages und den fachspezifischen Arbeitsgruppen der Fraktion. Außerdem konnte ich Bürgeranfragen aus dem Wahlkreis und von Verbänden bearbeiten und Antwortschreiben vorformulieren.
Darüber hinaus war für mich das Begleiten von Herrn Kossendey zu Veranstaltungen und Vorträgen äußerst interessant, bspw. die Diskussion mit Vertretern einer Luftwaffendivision oder die Teilnahme am Iftar, dem muslimischen Fastenbrechen im Ramadan, in den Räumen der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft.
Damit nicht genug: Ich konnte den Verhandlungen im Ausschuss für Menschenrechte und im Ausschuss für europäische Angelegenheiten folgen, Plenardebatten (insb. Verlängerung des ISAF-Mandates) auf der Besuchertribüne miterleben. Auch das Praktikantenprogramm der CDU-/CSU- Fraktion eröffnete weitere Möglichkeiten, und zwar insbesondere Diskussionsrunden mit Volker Kauder, Norbert Röttgen und Wolfgang Schäuble, bei denen auch persönliche Fragen im Kontext des Grundsatzprogrammes der CDU/CSU-Fraktion beantwortet wurden. Auch wurden Besichtigungen und Führungen rund um das politische Berlin organisiert, wo auch Gelegenheit bestand andere Praktikanten kennen zu lernen und sich auszutauschen.
Den Einstieg in den Büroalltag haben mir Frau Hackel und Herr Haustedt sehr durch ihre angenehm unkomplizierte Freundlichkeit erleichtert. Ich wurde von Anfang an herzlich aufgenommen und beide standen mir stets hilfreich und offen zur Seite. So konnte ich mich mit einer Vielzahl von aktuellen Themen und Bereichen beschäftigen und viel über das lernen, was demokratische Prozesse ausmacht und Engagement und ein ansteckendes Arbeitsklima bewirken. Hierzu gehört auch der ausführliche und gewissenhafte Kontakt mit Wählern und Nicht-Wählern aus dem Wahlkreis, der notwendig ist, um Wünsche, Meinungen, Anmerkungen und Fragen wahrzunehmen und auf diese eingehen zu können.
Das Praktikum hat mir einen anderen Zugang und Blickwinkel auf das politische Geschehen und auf die detaillierten Vorgänge, die sich hinter Begriffen wie Ausschusssitzung oder Arbeitsgruppe verbergen, ermöglicht.
So möchte ich noch einmal meinen herzlichen Dank aussprechen für die schöne erlebnis- und lehrreiche Zeit in Berlin. Ich kann ein solches Praktikum nur jedem empfehlen, der ein paar Wochen "Berliner Politikluft" schnuppern möchte.
Ich wünsche Herrn Kossendey und meinen „Kollegen auf Zeit“ alles erdenklich Gute und eine weiterhin erfolgreiche politische Arbeit im Bundestag!