Thomas Kossendey

Der Mann, der Ihr Vertrauen verdient!

Thomas Kossendey
Praktikumsbericht Alexander Scholl

Als Schulpraktikum habe ich mir ein Praktikum beim CDU-Bundestagsabgeordneten für den Wahlkreis Oldenburg/Ammerland und Parlamentarischen Staatssekretär Thomas Kossendey ausgesucht.

Ich bin ein sehr politikinteressierter Mensch, was der Hauptgrund für dieses Praktikum ist.

In der Hoffnung, dass sich mir die politischen Systeme nun verbildlichen werden, betrat ich am Montag, meinem ersten Arbeitstag das Büro im Jakob-Kaiser-Haus.

Das Jakob-Kaiser-Haus ist ein riesiger Gebäudekomplex, der über einen unterirdischen Tunnel mit dem Reichstag verbunden ist. In ihm befinden sich zahlreiche Abgeordnetenbüros. Nach den Sicherheitskontrollen, die mich eher noch neugieriger gemacht haben, als mich abzuschrecken, bin ich dannin den „heiligen Hallen“ der Politik und werde in das Abgeordnetenbüro geführt. Was einem direkt auffällt ist die Schmucklosigkeit der Räumlichkeiten. Alles ist sehr zweckmäßig und schlicht. Auch die Räume an sich sind recht klein. Insgesamt gibt es nur drei Räume für drei wissenschaftliche Mitarbeiter, Herrn Kossendey und mich. Mir steht ein großer Arbeitsplatz mit Computer, Telefon, Ablage, Stiften usw. zu Verfügung. Hier werde ich von Frau Hackel und Herrn Haustedt auch gleich in meine ersten Aufgaben eingewiesen.Frau Hackel betreut mein Praktikum. Sie, Herr Haustedt und Frau Griesbach sind die drei wissenschaftlichen Mitarbeiter von Herrn Kossendey.

Ihre Arbeit ist es, Termine zu koordinieren, Herrn Kossendey mit Informationen zu versorgen, Strategien zu entwickeln usw. Mit ihnen ergaben sich einige tolle und interessante Gespräche und Diskussionen über Politik, aber auch ansonsten waren die Drei immer bereit, mir eine Frage zu beantworten oder mir anderweitig zu helfen, und selbst wenn ich mich einmal nicht so geschickt anstellte, waren Sie sehr verständnisvoll. Meine ersten Aufgaben waren Post holen, bearbeiten und die Nachrichten über den Newsticker des Bundestages zu überprüfen.

Als Bundestagsabgeordneter bekommt Herr Kossendey jeden Tag sehr viel Post, mit völlig unterschiedlichen Inhalten: Einladungen, Anfrage nach Autogrammkarten, Zeitungen usw.

Das Interessante an dieser Aufgabe ergibt sich nicht nur aus der Aufgabe selbst, sondern aus den schieren Dimensionen, die die Post eines Abgeordneten hat. Am Tag erhält Herr Kossendey wohl mindestens hundert Briefe.

Immer mal wieder wurde ich auch mit verantwortungsvolleren Aufgaben betreut. Darunter fällt zum Beispiel die Recherche. Der Bundestag hat seine eigenen Suchapparate. Weshalb ich am ersten Tag noch damit beschäftigt war, mich in diese verschiedenen Systeme einzuarbeiten. Das Pressearchiv, fraktionsinterne Intranetseiten und spezifische Webseiten wie die Website des deutschen Bundestags, der EU-Kommission oder der einzelnen Ministerien sind nötig, um eine präzise und vollständige Recherche zu ermöglichen. Dieses tiefe, präzise Suchen war für mich eine neue Erfahrung, denn die Arbeit mit Wikipedia oder ähnlichen Seiten ist im Vergleich sehr ungenau. Ich sollte oft etwas über die Türkei herausfinden, da Herr Kossendey Vorsitzender der Deutsch-Türkischen Parlamentariergruppe ist.

Eine andere Arbeit war die Bearbeitung von Anfragen, wie z.B. „Welche politische Meinung hat der Abgeordnete Kossendey zu dem aktuellen Konjunkturpaket?“. Bei dieser Aufgabe hatte ich wirklich das Gefühl, an der politischen Arbeit von Herrn Kossendey teilzuhaben.

Auch im Bundestag gibt es Mittagspausen und so führte mich Herr Haustedt in die Abläufe der Kantine ein. Die Kantine macht sehr leckeres Essen und so freut man sich jeden Mittag richtig auf meine Mittagspause.

Die Arbeitsatmosphäre im Büro von Herrn Kossendey war allgemein sehr unkompliziert. Dieser Eindruck bestätigte sich noch, als ich dann Herrn Kossendey persönlich kennen lernte und an einem Arbeitsgespräch des Büros teilnehmen durfte.

So ging mein erster Tag zu Ende.

Meine Aufgaben blieben in etwa gleich, variierten aber inhaltlich und wurden von vielen anderen Ereignissen unterbrochen. Herr Kossendey ist schließlich nicht nur Abgeordneter von Oldenburg und dem Ammerland, sondern auch Parlamentarischer Staatssekretär im Verteidigungsministerium. Auch in die Arbeit dort wurde mir ein Einblick gewährt.

Hier vertritt Herr Kossendey den Verteidigungsminister bei den anfallenden Aufgaben, z.B. Vorträge, Reden und Besuche bei verschiedenen Bundeswehrstützpunkten. Allein das Gebäude, Teil des Bendlerblocks, ist durch die historische Kulisse einfach beeindruckend.

An meinem letzten Tag besuchte ich das Bürgerbüro im Ammerland. Wie der Name schon sagt, steht hier der Bürger im Vordergrund. Dieses Büro pflegt den Kontakt zwischen Wählerschaft und Herr Kossendey. Vor Ort kann man einfach und weniger förmlich vorbeischauen und den dortigen Kontaktpersonen seine Probleme erzählen.

In meiner Zeit als Praktikant durfte ich aber nicht nur den politischen Alltag erleben. Mir waren auch echte Höhepunkte vergönnt.

Was man sich als Normalbürger immer unter Politik vorstellt sind die Debatten und die großen Reden. Beides durfte ich live erleben, letzteres bei einer Regierungserklärung, die sich hauptsächlich mit der aktuellen Wirtschaftskrise auseinander setzte. Eine 30-minütige Rede der Bundeskanzlerin, freigesprochen, klar und bis aufs letzte durchdacht, das war beeindruckend.

Aber auch die politische Gegenrede des Oppositionsführers der FDP war toll, spontan und witzig.

Immer wieder gab es Zwischenrufe der jeweils gegnerischen Partei und Szenenapplaus von der eigenen. Auf der Besuchertribüne war pflichtgemäß absolutes Schweigen, nur die Kameras hörte man permanent klicken.

Eine ähnliche Stimmung entstand im Europaausschuss. Zwischen den Vertretern der einzelnen Parteien ging es munter hin und her. Keiner schenkte dem Anderen auch nur einen Millimeter in der politischen Diskussion. Es gab Spötteleien, Reiberei und natürlich immer Unterstützung für die jeweils eigene Partei. In gewissen Aktionen zeigt sich dann aber auch die Einigkeit. Wenn es um Europa geht, ist man als Land auch irgendwie einig.

Sehr interessant war auch der persönliche Kontakt mit Wählern. Zweimal war ich zugegen, als Herr Kossendey eine Besuchergruppe aus seinem Wahlkreis in Berlin empfing. Natürlich ist dies in gewisser Weise auch Werbung für den Abgeordneten selbst. Allerdings möchte Herr Kossendey vor allem junge Menschen mit solchen Engagements für die Politik begeistern. Bei diesen Besuchen war nicht nur der Fototermin Programm. Vielmehr war das Ganze eine kleine Fragestunde. Das war natürlich für mich sehr interessant, da man dort recht genau erfährt, was die Wähler bewegt und auch, wie ein Politiker mit den Fragen umgeht. Das Spektrum der Fragen reichte von den Hobbys des Abgeordneten bis zur aktuellen Lage in Afghanistan.

Ein Höhepunkt war gegen Ende des Praktikums der anschließende Tag mit Herrn Kossendey in Oldenburg und der Wesermarsch.

Am Mittag besuchten wir erst einmal eine in Oldenburg ansässige Firma, die Müllverbrennungsanlagen für die Schifffahrt entwickelt. Diese Firma gehört auf dem Gebiet zu den weltweiten Marktführern.

Anschließend fuhren wir zu einer Podiumsdiskussion nach Elsfleth, zu der Herr Kossendey als Teilnehmer eingeladen war. Diese Diskussion wurde von Studenten des Fachbereichs der dortigen Schifffahrtsschule organisiert. Thema war die Bedrohung der Schifffahrt durch die Piraterie. Die lebhafte Diskussion bildete dann den Ausklang eines sehr interessanten Tages.

Das Praktikum in Berlin war eine besondere Erfahrung, viele nette Leute, die sich mit viel Engagement um mich gekümmert haben und darum bemüht waren, mir die Welt der Politik näher zu bringen. Dabei haben die vielen tollen Events das Praktikum sehr abwechslungsreich gestaltet. Man hat mich in die Arbeit einbezogen, sodass mein Eindruck vom politischen Treiben in Berlin recht gut und genau war. Durch den neuen Blickwinkel haben sich einige Vorurteile entkräftet. Abgeordnete sind nicht abgehoben, sind immer und für jeden zu erreichen und wenn ein Abgeordneter nicht im Plenarsaal sitzt, ist dies definitiv kein Zeichen von Faulheit.

Abschließend kann ich jedem, dem sich eine solche Chance bietet, nur dazu raten, sie zu nutzen.