Thomas Kossendey

Der Mann, der Ihr Vertrauen verdient!

Thomas Kossendey
Zapfenstreich - Praktikantenbericht von Sören Zuppke

Es ist kalt. Soldaten stehen stramm. Es herrscht Totenstille. Ohne jegliche Miene zu verziehen halten sie ihre Fackeln fest in den Händen. Von weitem ertönen die ersten Trommeln und ein Meer aus Lichtern bewegt sich in unsere Richtung.Sie laufen kontrolliert im Marsch, folgen den ihn zugerufenen Kommandos. Soldaten – Gewehre auf! Ich bin beeindruckt mit welcher Präzision die Gewehre ergriffen, erhoben und mit dem gleichen Knall wieder auf dem Boden abgesetzt werden. In der Mitte des endlosen Hofes steht ein rotes Podest, darauf drei Männer mit gerader Haltung. Es herrscht eine einmalige und fast einschüchternde Atmosphäre. Märsche werden gespielt und nur das intonierte „Smoke on the water“ lässt scheinbar für einen kurzen Moment die vergangen Wochen vergessen. Ein Lachen geht durch die Menge.

 
vor dem Hauptportal des
Reichtstagsgebäudes (hier
ist auch das Oldenburger
Wappen verewigt)

Es ist die offizielle und letzte Verabschiedung des Ministers zu Guttenberg. Der große Zapfenstreich - und ich bin mittendrin. Die drei Männer auf dem Podest sind der Generalinspekteur der Bundeswehr Volker Wieker, der neue Bundesminister der Verteidigung Dr. Thomas de Maiziere und der zurückgetretene Minister Karl Theodor zu Guttenberg.

Aber von Anfang an. Nach einer Initiativbewerbung um einen Praktikumsplatz im Bundesverteidigungsministerium, bot Herr Kossendey mir an, dieses in seinem Bundestagsbüro zu absolvieren. Im Wissen über seine zweite Funktion als parlamentarischer Staatssekretär in eben diesem Bundesverteidigungsministerium, scherzte ich ein paar Monate vor meiner Abreise gen Berlin noch über eine Begegnung mit dem so populären Minister zu Guttenberg. Die Hand schütteln müsse ich ihm, sagten die Einen. Ein Foto mitbringen, die Anderen. Doch wie alle wissen, sollte es ganz anders kommen.

Ich bekam also die Chance DIE „Abschiedsparty“ des Jahres mitzuerleben und fand mich nun in Mitten des WHO-IS-WHO Deutschlands wieder.

Nachdem ich von den überaus netten Mitarbeitern im Ministerium in Empfang genommen wurde, begrüßte mich Herr Kossendey in gewohnter Manier – sehr freundlich und entschlossen. „Können wir?“ Der letzte Termin hatte wieder etwas länger gedauert. Die Schritte wurden dann eben einen Tick schneller. Getrieben durch die entschieden angespannte Situation im Haus, stand ich nun da; überrascht doch schon am Ziel angekommen zu sein. „Immer hinterher!“ Nun gut. Ich drängte mich durch die Reihen, vorbei an Männern mit eiserner Miene und mit einer Stimme im Ohr die mir bereits vom Vortag bekannt war. Es war Verteidigungsminister de Maiziere. Er hielt die Rede auf zu Guttenberg. Als ich mich dann schließlich orientiert hatte stellte ich fest, an wem ich mich gerade alles vorbei gedrängelt habe um „immer hinterher“ zu gehen. Es war die Großfamilie zu Guttenberg. Allen waren sie gekommen um ihrem „KT“ aus seinem Amt zu verabschieden.

Die letzten Worte waren gesprochen. Während der Rede des neuen Ministers war es sehr ruhig, es herrschte eine angespannte aber fühlbar erleichterte Stimmung. Die Anwesenden nickten, es wurde geschmunzelt – einen Moment inne gehalten. Beifall ertönte. Der alte Minister betrat die Bühne. Und da war sie, die Magie. Da war der Charme. Es sollte seine vorerst letzte große Rede gewesen sein. Man merkte wie emotional, persönlich und bedacht sie war. Er bedankte sich, versprach selbstironisch „diesmal eigene Gedanken“ aufschreiben zu wollen und bemerkte wie viel er während dieser Zeit lernen durfte. Viele Tränen flossen über die Gesichter seiner Familie, seiner Mitarbeiter und seiner selbst. Der Beifall war ausdauernd.

Die Menschenmenge wirkte nun deutlich gelöster und wurde wild durchgemischt. Hier trank der deutsche Hochadel mit dem Journalisten ein Bier und dort plauderten NATO-Generäle mit den Bundesministern.Völlig überfordert mit Eindrücken und einzuordnenden Gesichtern, guckte ich an mir hoch und plötzlich steht Ralph Möller vor mir. Gefühlte 3,50 m groß, die gelbe Solidaritätsschleife am Revers schnappte er sich ein Canapes und mischte sich wieder unter die geladenen Gäste. „Haialarm im Ministerium“ also - mich verwunderte an diesem Abend nichts mehr. „Kennen Sie diese junge Dame?“ „Ähmm, nein?!“

Wir wurden nach draußen gebeten. Glücklich darüber in der ersten Reihe sitzen zu können – natürlich nicht DER ersten Reihe in der die Bundeskanzlerin, Frau zu Guttenberg und Herr Kossendey saßen, jedoch in der ersten Reihe des anderen Blocks - reichten uns die Mitarbeiter von Herrn Kossendey warme Decken und das Spektakel konnte beginnen.

Mein Facebook-Post auf dem Rückweg war wahrscheinlich die treffendste Zusammenfassung dieses Abends: „In der ersten Reihe beim großen Zapfenstreich die Nationalhymne singen – welch einmalige Erfahrung“.

Die Dame war Anna von Bayern. Ihr Gesicht habe ich mittlerweile längst vergessen. Die vielen großartigen Erlebnisse, die ich während meines vierwöchigen Praktikums bei Herrn Kossendey gesammelt habe, bleiben unvergessen. Der Zapfenstreich war nur ein Eindruck davon.

Ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich bei allen Mitarbeitern von Herrn Kossendey sowie ihm selbst bedanken. Insbesondere bei Elke Griesbach, Karina Schölzel und Nicolas Haustedt aus dem Berliner Bundestagsbüro, als auch bei Ralph Makolla aus dem Oldenburger Büro. Es war eine sehr offene und freundliche Atmosphäre die mir entgegengebracht wurde und ich kann ein Praktikum nur jedem empfehlen.