Ein Teil des Studiums der Rechtswissenschaft ist das Ableisten einer dreimonatigen Praxiszeit bei einem oder mehreren Volljuristen. Nach einem Gespräch mit Herrn Kossendey in seinem Wahlkreis im Jahr 2008 bot er mir die Möglichkeit an, ein einmonatiges Praktikum in seinem Abgeordnetenbüro in Berlin zu machen. Gerne nahm ich dieses Angebot an, da ich mir interessante Einblicke in den Tagesablauf eines Bundestagsabgeordneten, den Ausbau meiner Politikkenntnisse, eine Einführung in die Öffentlichkeitsarbeit und spannende Außentermine erhoffte. Diese Hoffnungen wurden dann durch das Praktikum, welches ich während der Wintersemesterferien 2010 ableistete, vollkommen erfüllt.
Zunächst zum Abgeordnetenbüro, in dem man als Praktikant den größten Teil der Zeit verbringt. Herr Kossendey arbeitet als parlamentarischer Staatssekretär überwiegend in seinem Büro im Verteidigungsministerium, so dass er sich im Gegensatz zu den normalen Abgeordneten selten in seinem Abgeordnetenbüro befindet. Die eigentlichen ‚Arbeitskollegen‘ eines Praktikanten sind daher Frau Griesbach, Frau Schölzel und Herr Haustedt. Aufgefallen ist mir sofort die freundliche, hilfsbereite und lockere Atmosphäre, die einem als Neuling im Büro sofort jegliche Nervosität nimmt und die sich sehr von den Erfahrungen in manch anderer Praktikumstelle unterscheidet. Nach einer kurzen Einführung durch Herrn Haustedt bekommt man einen eigenen Arbeitsplatz zugewiesen – das Praktikum kann beginnen.
Die während des Praktikums zu erledigenden Aufgaben sind thematisch sehr vielfältig. So muss man Bürgeranfragen über Solarstrom bis zur Gesundheitsreform bearbeiten, für das Büro recherchieren, den Besuch von Gruppen aus dem Wahlkreis vorbereiten, Artikel für die Homepage schreiben, die Post bearbeiten, einen Nachrichtenspiegel erstellen, Akten anlegen und etliche Telefonate führen. Wenn Fragen entstehen, haben Herr Kossendeys Mitarbeiter immer ein offenes Ohr für einen und stehen dem Praktikanten mit Rat und Tat zur Seite, so dass die Arbeit nie frustrierend oder unverständlich wird. Auch die sonstigen Fragen, die man als Außenstehender hat, beispielsweise zu Abläufen im Bundestag, werden sofort und umfassend beantwortet. Die Praktikumsbetreuung durch Frau Griesbach, Frau Schölzel und Herrn Haustedt ist wirklich vorbildlich.
Neben der Büroarbeit gibt es noch weitere Aktivitäten, die der Praktikant bei Interesse wahrnehmen kann. Die CDU/CSU - Fraktion bietet als einzige Fraktion ein umfangreiches Praktikantenprogramm an. Neben interessanten Diskussionsrunden mit Parteigrößen ist vor allem die Teilnahme an den Besichtigungsterminen sehr zu empfehlen. Während meines Praktikums nahm ich an einer Reichstagsführung, einem Besuch des Stasi-Gefängnisses in Hohenschönhausen und des Stasi-Museums in der Normannenstraße und einer Führung durch das ZDF-Hauptstadtstudio teil. Das Programm ist größtenteils kostenlos und zeichnet sich durch eine sehr gute Organisation aus.
Besonders ans Herz legen möchte ich allen Praktikanten trotz des umfangreichen Programms der Fraktion auch andere interessante Veranstaltungen durch Eigeninitiative wahrzunehmen. Als Praktikant des Bundestages hat man die einmalige Möglichkeit nicht-öffentliche Termine zu besuchen zu denen man sonst keinen oder nur eingeschränkten Zugang hat. Dabei gilt das Motto „Fragen kostet nichts“, wobei man auch hier stets mit der Hilfe aus dem Abgeordnetenbüro rechnen kann. Mir war es beispielsweise möglich, mehrere Plenardebatten zu verfolgen, einigen Bundespressekonferenzen beizuwohnen, das ARD-Hauptstadtstudio zu besichtigen, Veranstaltungen der Konrad-Adenauer-Stiftung zu besuchen und sogar bei der Ernennung des neuen Präsidenten des Bundesverfassungsgerichtes, Herrn Prof. Dr. Andreas Voßkuhle, durch den Bundespräsidenten dabei zu sein.
Wie schon erwähnt, hat mir das Praktikum sehr viel Spaß gemacht und meine (vorherigen) Erwartungen voll erfüllt. Ich möchte die Möglichkeit nutzen, mich an dieser Stelle noch einmal bei Herrn Kossendey für die Möglichkeit, ein Praktikum bei ihm abzuleisten, zu bedanken. Mein Dank gilt auch seinem Büroteam, Frau Griesbach, Frau Schölzel und Herrn Haustedt, die dafür sorgten, dass ich mich stets wohl gefühlt habe und mit Freude mein Praktikum abgeleistet habe.