Hilfreiche Informationen von vor Ort Masar-i-Sharif, 20.10.2010Der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister der Verteidigung Thomas Kossendey hat am 18. und 19. Oktober das deutsche Einsatzkontingent ISAF in Masar-i Sharif besucht. Vor Ort informierte er sich beim Kommandeur des Regionalkommandos Nord, Generalmajor Hans-Werner Fritz, über die aktuelle Lage im deutschen Verantwortungsbereich in Afghanistan. „Mir war es wichtig, in den Gesprächen auch die persönliche Situation der Soldaten zu betrachten. Die vergangenen sechs Monate waren für die Soldaten sehr hart. Es gab zahlreiche Feuergefechte, mehrere Soldaten sind gefallen oder verwundet worden“, betonte Kossendey am Ende seiner Afghanistan-Reise.Erfolge in der Soldatenbetreuung ausbauenEin weiterer Schwerpunkt der Reise war die Situation der Soldaten im Einsatzkontingent. Und um sich hier umfassend und detailliert zu informieren, führte Staatssekretär Kossendey Gespräche mit Kompaniefeldwebeln, Ärzten und Militärseelsorgern. So konnte er viele Informationen, Bemerkungen und auch Verbesserungsvorschläge mit zurück nach Berlin nehmen. „Wir werden jetzt die Reise und die Gespräche gründlich aufarbeiten“, sagte Kossendey. |
Kossendey informiert sich bei den Kompaniefeld- webeln in Mazar-i-Sharif (Quelle: Bundeswehr)
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Die direkte Information vor Ort sei sehr hilfreich gewesen. Es habe sich die Einschätzung bestätigt, dass in Bezug auf die Betreuung der Soldaten nach einem Einsatz zwar schon viel erreicht worden sei, man dürfe sich jedoch auf den Erfolgen nicht ausruhen. Es gebe weitere Herausforderungen, beispielsweise die Betreuung von Soldaten, die nach ihrem Einsatz aus der Bundeswehr ausscheiden. Hier dürfe man „den Gesprächsfaden nicht verlieren“,
hob der Staatssekretär hervor.
Schulunterricht 1.300 afghanische Schülerinnen und SchülerEin besonderes Anliegen war ihm auch der Besuch der Ali-Chapan-Schule am Stadtrand von Masar-i Sharif. Kossendey hat seit Jahren eine enge Beziehung zu dieser Schule – schließlich hat er sich für die Finanzierung des Projektes durch Spendengelder eingesetzt und die Schule vor zweieinhalb Jahren selbst eingeweiht. „Diese Schule ist ein richtungsweisendes Zukunftsprojekt“, sagte Kossendey. „Es freut mich sehr, die Kinder zu sehen, vor allen Dingen ihre Motivation und die Tatsache, dass sie es als Privileg empfinden, hier zur Schule gehen zu können.“Noch vor wenigen Jahren waren die Dächer der Gebäude so sehr beschädigt, dass die Jungen und Mädchen fast ausschließlich in Zelten unterrichtet werden mussten. Heute stehen zwei Neubauten auf dem Schulhof. 32 Lehrer unterrichten circa 1.300 Schüler in zwei Schichten. Am Vormittag gehen die Mädchen in die Schule, am |
vormittags zu Besuch bei den Schülerinnen
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Nachmittag sitzen die Jungen auf der Schulbank. |
Schüler der Ali-Chapan-Schule
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Und dennoch gibt es einiges zu verbessern. Zwar hat die Schule zehn Computerplätze – doch die Verbindung ins Internet ist einfach zu teuer. Und immer noch findet der Unterricht für einige Schüler in Zelten statt – zu warm im Sommer, zu kalt im Winter. „Wir haben den Schulleiter gebeten, uns seine Wünsche zu nennen. Dann werden wir schauen, was wir umsetzen können und vielleicht gelingt es uns noch, weitere Spendengelder zu sammeln“, blickt Kossendey optimistisch in die Zukunft.