Berlin
- das ist nicht nur der Sitz des Deutschen Bundestags. Die Stadt bietet
eine unüberschaubare Vielfalt an Sehenswürdigkeiten und historischen
Gebäuden, Museen, Theatern, Restaurants und Geschäften. Bummeln Sie mit
Thomas Kossendey durch die Hauptstadt! Der 31. Teil unserer Bummel-Tour bringt Sie zu einer schönen Dame: Nofretete und das Neue Museum.
Um diese Jahreszeit kann es in der Hauptstadt ganz schön umgemütlich werden. Wenn Sie also gerade zu einem Zeitpunkt in Berlin sind, zu dem das Wetter weder zu einem gemütlichen Stadtbummel noch zu einem Zoobesuch einlädt, dann habe ich hier einen Tipp wirklich aus erster Hand für Sie. | |
Die berühmte Büste der Nofretete hat im Neuen Museum ihren eigenen Raum. Mir gefällt besonders die geschickte Beleuchtung, durch die das Gesicht sehr lebhaft erscheint.
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ch war vor Kurzem bei einer Dame zu Besuch, die Sie sicherlich auch kennen: Nofretete heißt die Vielbewunderte und residiert im Neuen Museum auf der Museumsinsel mitten in Berlin.
Jetzt wieder, muss ich eigentlich sagen, denn das Neue Museum wurde – wie viele andere Museen im Zentrum der Stadt auch – im Krieg sehr stark beschädigt und dann lange vernachlässigt. Die kundigen Museumangestellten wissen Einiges zu berichten, wie sie zu DDR-Zeiten verzweifelt nach den abhanden gekommenen Exponaten suchten. Man wusste lange nicht, was gestohlen und ganz außer Landes gebracht wurde, was rechtzeitig ausgelagert und dann doch woanders unter Trümmern begraben wurde und was noch schnell nach West-Berlin gebracht worden war. Privat, abends in Kneipen habe man sich heimlich getroffen, hat mir eine Wissenschaftlerin erzählt, um mit westberliner Kollegen Informationen zusammenzutragen, welche Sammlungsstücke in der geteilten Stadt geblieben und welche wohl verschollen waren.
Aber die gute Nachricht ist: die berühmte Büste der Nofretete ist noch und nach der aufwändigen Restaurierung des Gebäudes auch wieder da. Im ersten Stock des Museum bittet sie in ihrem eigenen Raum zum Empfang. Ich kann Ihnen nur empfehlen, auf dem Weg zu ihr den ein oder anderen Blick nach oben zu werfen: das Gebäude an sich ist sehenswert! Das Treppenhaus ist gigantisch, für den Wiederaufbau einiger Räume ließ der britische Stararchitekten David Chipperfield ganze Scheunen in Brandenburg aufkaufen, um an die originalen gelben Ziegel zu gelangen, die er für die Renovierung benötigte. Und in dem Raum, in dem ägyptische Schriften ausgestellt sind, was mich ja besonders interessiert hat, bricht die Deckenbemalung plötzlich auf Hüfthöhe der dargestellten Gottheiten und Tempeldiener ab. Das, so hat mir die Direktorin persönlich erklärt, hat folgenden Grund: zu DDR-Zeiten fand man die bunte Deckenbemalung nicht mehr schick und hängte eine Zwischendecke ein. Die Bemalung, die hervorschaute, strich man mit Wandfarbe über. Hier haben die Museumsangestellten noch Einiges zu tun!| |  |
| | Ich interessiere mich sehr für alte Bücher und historische Schriften. Auch die gibt es im Neuen Museum zu bewundern.
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Was genau es im Neuen Museum alles zu sehen gibt, das können Sie auf der Homepage oder in einem der Faltblätter am besten selber nachlesen. Viel wichtiger ist mir, Ihnen noch folgende zwei Tipps mit auf den Weg zu geben: Es gibt sogenannte Zeitfensterkarten. Auf Vorbestellung können Sie auswählen, zu welcher Uhrzeit genau Sie das Museum betreten möchten. Für dieses Zeitfenster gibt es dann nur ein bestimmtes Kartenkontingent und Sie müssen nicht stundenlang anstehen – wie bei der Eröffnung im Oktober vergangenen Jahres. Wenn Sie einmal im Museum drin sind, können Sie bis zum Schluss bleiben. Diese Karten können Sie schon Wochen im Voraus unter Tel.: 030 - 266 41 2714 oder im Internet reservieren, dann wissen Sie genau, wann Sie Ihren Museumsbesuch einplanen können. Natürlich können Sie die Karten auch direkt an der Museumskasse in der Bodestraße 3 kaufen.Außerdem können Sie sich überlegen, ob sich eine Jahreskarte der Staatlichen Museen zu Berlin für Sie lohnt. Denn für alle Dauerausstellungen in allen Staatlichen Museen kostet die Jahreskarte nur 40 Euro (inklusive Sonderausstellungen 80 Euro). Wenn Sie binnen Jahresfrist nicht nochmal nach Berlin kommen werden oder nur kurz zu Besuch sind, lohnt sich vielleicht eher die Drei-Tages-Karte für 19 Euro für Sie. All diese Angebote sind echte Schnäppchen, wenn ich bedenke, dass der reguläre Eintritt ins Neue Museum schon 10 Euro kostet. Und mit nur einem Besuch habe ich es nicht geschafft, alle Exponate zu sehen. Bis zu Nofretete bin ich allerdings gekommen!