Berlin - das ist nicht nur der Sitz des Deutschen Bundestags. Die Stadt bietet eine unüberschaubare Vielfalt an Sehenswürdigkeiten und historischen Gebäuden, Museen, Theatern, Restaurants und Geschäften. Bummeln Sie mit Thomas Kossendey durch die Hauptstadt! Teil 10: Auf ein Bier im Yorckschlösschen.
Beim neunten Teil unseres Bummels habe ich Ihnen mein Geburtshaus in
Kreuzberg gezeigt. Nun ist das natürlich keine Sehenswürdigkeit an
sich; es handelt sich um ein ganz normales, wenn auch aufwändig
renoviertes Mietshaus mit Ladengeschäft und vielen Wohneinheiten. Warum
ich Sie nach Kreuzberg mitgenommen habe, hat noch einen anderen Grund,
und der ist um diese Jahreszeit besonders attraktiv: das
Yorckschlösschen. Diese Lokalität hat nichts mit dem Berliner
Stadtschloss zu tun, um dessen Wiedererrichtung oder
Nicht-Wiedererrichtung in der Mitte Berlins schon etwas länger
gestritten wird. Ich meine ein sehr rustikales Gartenlokal mit
Live-Musik am Wochenende und an Mittwochabenden. Wenn Sie die
Yorckstraße weiter nach Nord-Osten entlang gehen, stoßen Sie nach
einigen hundert Metern auf der linken Straßenseite auf das
Yorckschlösschen.
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Im grünen Garten des Lokals "Yorckschlösschen" sitzen Sie um diese Jahreszeit gut.
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Das
Lokal beschreibt sich selbst als "Home of Jazz and Blues" und bietet
Jazz, Blues, Soul, Dixieland und Funk - für nur 4 Euro Musikzuschlag
pro Person! Wenn Sie bei warmem Wetter im Biergarten Platz nehmen,
können Sie die Musik sogar kostenlos genießen. Das Programm finden Sie
auf der Homepage. Aber
auch wenn gerade niemand aufspielt ist das Yorckschlösschen einen
Besuch wert. Denn hier gibt es sie noch, die echte Berliner Küche.
Bouletten (so nennt man hier gemeinhin das, was woanders als
Frikadellen bekannt ist) mit Bratkartoffeln, Bauernfrühstück mit
Spreewaldgurke oder Kasseler mit Sauerkraut - Freunde der deftigen
Hausmannskost kommen hier ins Schwärmen. Und das alles zu
familienfreundlichen Preisen. Wenn Sie eher einen kleinen Hunger
verspüren, sollte ich Sie warnen: Die Schnitzel hängen zu beiden Seiten
über den Tellerrand hinaus - vielleicht nehmen Sie doch lieber nur eine
Vorspeise? So lässt sich der Sommer in Berlin gut aushalten.
Sicherlich nicht so hip wie die vielen Strandbars an der Spree, aber
dafür mit echten Berliner Gästen und echter Berliner Bedienung: "Een
Bier noch? - Ja, ha' ik nich' verjessen, bring' ik jleech!".Wenn
Sie die Yorckstraße auf dem Nachhauseweg dann weiter Richtung
Mehringdamm nach Westen gehen, kommen Sie übrigens an meiner Taufkirche
vorbei: die Sankt-Bonifatius-Kirche, Yorckstraße 88.